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Ihr Florenz

Nationalmuseum Bargello
Das Nationalmuseum Bargello im gleichnamigen Palazzo beherbergt eine bedeutende Skulpturensammlung.
Mitte des 14. Jh. wurde der Palazzo Sitz des Podestà, des Stadtoberhaupts, und ab 1574, unter der Herrschaft von Herzog Cosimo I. de' Medici, Amtssitz des Bargello, des Hauptmanns der Polizei, und diente als Gefängnis und Hinrichtungsstätte.

  • INFO
  • In den drei Jahrhunderten, in denen der Palazzo als Gefängnis diente, wurden die größten Räume in mehrere Zellen unterteilt und alle Wanddekorationen überstrichen.
    Als 1840 ein Restaurator in der Maddalena-Kapelle ein Dante-Porträt entdeckte, das wahrscheinlich von Giotto gemalt wurde, verlegte man das Gefängnis in das ehemalige Kloster Murate Zwischen 1859 und 1865 wurde der Palazzo wieder in seinen Originalzustand gebracht.
    Das Museum wurde im Erdgeschoss des Palazzo eröffnet und bestand zu Beginn aus zwei Räumen mit einer Waffensammlung sowie einem dritten Raum, der eine Skulpturensammlung aus dem 15.-16. Jahrhundert beherbergte.
    In den Räumen der 1. Etage waren vorerst die Skulpturen untergebracht, die sich einst im Palazzo Vecchio befanden. Später kamen sowohl Bronze- und Marmorskulpturen als auch Majoliken und Arbeiten aus Bernstein, Wachs, Gold, Elfenbein, Emaille und Bronze aus den Uffizien hinzu, von denen einige im Jahr 1928 im Silbermuseum untergebracht wurden. Weitere Werke wurden sowohl von Privatpersonen als auch von öffentlichen Einrichtungen gespendet oder als Leihgabe zur Verfügung gestellt, wie zum Beispiel die Siegelabdrücke des Staatsarchivs und die Münzsammlung der italienischen Münzprägeanstalt Zecca. Die vom Antiquar Louis Carrand aus Lyon gespendete Sammlung wurde dem Museum im Jahre 1888 übergeben, die Spende von Antonio Conti erreichte das Museum im Jahre 1886 und der Bestand im Bereich der angewandten Kunst wurde 1899 und 1906 um die Sammlungen von Ressman bzw. Fianchetti erweitert.
    Im Jahr 1887 wurde anlässlich des 500. Geburtstages des italienischen Bildhauers Donatello im Salon in der 1. Etage eine Ausstellung seiner Werke und der Skulpturen aus dem Florenz des 15. Jh. eingerichtet.
    Als der Palazzo anfänglich noch als Gefängnis diente, wurden die Arkaden der Loggia und des Balkons zugemauert. Der Innenhof, der an drei Seiten von einem Bogengang umgeben ist, dessen Rundbögen von achteckigen Säulen getragen werden, wurde im 13. Jahrhundert erbaut und im folgenden Jahrhundert um den Balkon und die Treppe im gotischen Stil erweitert. Die Treppe, die sich auf der Seite ohne Bogengang befindet, wurde zwischen 1345 und 1367 von dem Architekten Neri di Fioravanti erbaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde vor allem der Innenhof durch die Restaurierungsarbeiten des Architekten Mazzei aufgewertet: die Loggia und der Balkon wurden wieder freigelegt, die erhalten gebliebenen Wappen der Stadtoberhäupter und der "Richter der Ruota" (damals das höchste Appellationsgericht von Florenz) restauriert und die Gewölbe der Loggia mit Fresken von Gaetano Bianchi ausgeschmückt, die die Banner der Stadtviertel und die Wappen der Stadtoberhäupter darstellten.
    Den Innenhof schmücken Skulpturen aus dem Palazzo Vecchio, den Boboli-Gärten und dem Garten der Villa del Castello. In der Mitte des Innenhofs befinden sich ein prächtiger achteckiger Brunnen und einige wertvolle Marmorstatuen, darunter die sechs allegorischen Skulpturen von Ammannati, die Statue des Ozeans von Giambologna, einige Reliefs von Benedetto da Maiano und die sogenannte San Paolo Kanone von Cosimo Cenni.
    Bei der Überschwemmung von 1996 wurde das Museum schwer beschädigt und wurde daher eine Reihe von Sanierungsarbeiten und Änderungen unterworfen.